Die Studentenbude gegen das Schlafgemach eines Herzogs tauschen? Von der 40-Quadratmeter-Wohnung in ein riesiges und uraltes Gutsherrenanwesen ziehen? Die niederländische Firma Camelot macht genau das möglich und zwar ganz ohne Lottogewinn. Für wenige hundert Euro können auch Menschen ohne das nötige Kleingeld problemlos in Schloss, Burg oder Gutshof wohnen. Das Zauberwort heißt Hauswächter.
Als Hauswächter zum Burgfräulein oder Schlossherren
Viele leer stehende Häuser werden Opfer von Einbrüchen, Graffitis, illegalen Partys oder gar Hausbesetzung. Oft reicht schon ein brennendes Licht oder ein Auto in der Einfahrt, um diesem Vandalismus vorzubeugen. Und genau hier greift die Idee von Camelot. Zu einem äußerst fairen Preis von etwa 200 Euro kann man als Hauswächter ein riesiges Schloss, eine uralte Burg oder ein leer stehendes Loft bewohnen und gleichzeitig beschützen. So wird die Kinderpflegerin zum Burgfräulein und der Malergehilfe zum Schlossherren - auf Zeit! Denn, wer Pech hat, muss schon nach wenigen Wochen wieder weiterziehen. Deshalb sucht Camelot bevorzugt verantwortungsbewusste Erwachsene ohne Kinder, die kurzfristig oder für einen begrenzten Zeitraum eine extravagante Bleibe suchen. Zu den Gebäuden zählen auch Kirchen, alte Schulen, Ateliers, Bürogebäude und viele mehr.
Camelot erobert Deutschland
Für Vermieter bedeutet das nicht nur den Schutz ihres Gebäudes: Durch die Vermietung erwirtschaftet das Haus außerdem ein wenig Gewinn. Damit können dann kleine Schäden bezahlt werden, die von den Hauswächter außerdem früher entdeckt werden als bei einem Leerstand.
Dieses ebenso einfache wie geniale Prinzip hat Camelot mittlerweile nicht nur in den Niederlanden, sondern auch erfolgreich in Belgien, Frankreich, Irland und Großbritannien mit insgesamt 14 Niederlassungen etabliert. Mehr als 50.000 Hauswächter sind beispielsweise bereits in den Niederlanden im Einsatz. Seit Anfang des Jahres erobert die Firma nun auch den deutschen Markt.
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