Besuchern des Vitra Campus in Weil am Rhein ist bisher als Erstes der Bau des Vitra Design Museums von Frank Gehry aufgefallen. Nun ist neben diesem ein neues Gebäude entstanden, das wohl mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird: das VitraHaus von Herzog & de Meuron. Der Möbelhersteller Vitra schafft damit in unmittelbarer Nähe zur Schweizer Grenze und zu Basel im deutschen Weil am Rhein ein Zuhause für seine Home Collection, die seit 2004 für designorientierte Einzelkunden offeriert wird.
Der Besuch im VitraHaus ist eine Reise durch die Designgeschichte. Sowohl Klassiker als auch neue Entwürfe der Vitra Home Collection sind in unterschiedlichen Wohn- und Arbeitssituationen arrangiert. So können sich die Besucher für die Einrichtung ihres eigenen Zuhauses inspirieren lassen, den eigenen Designgeschmack erkunden und vor Ort Möbel und Objekte ausprobieren, bestellen und kaufen.
Das VitraHaus gewährt überdies Einblicke in die Produktion und die Qualitätskontrolle. Es erläutert die Haltung des Unternehmens zur Nachhaltigkeit und beleuchtet die Welt der Arbeit und ihre Bürostühle. Ein Farblaboratorium hilft Besuchern bei der Wahl der richtigen Farbe. Die „Vitrine“ des VitraHaus zeigt eine Auswahl an Stuhlentwürfen des 19. und 20. Jahrhunderts und gewährt so einen Blick in die umfangreiche Sammlung des Vitra Design /Museums. Im Museumsshop gibt es ein ausgewähltes Sortiment von Objekten, Accessoires und Büchern direkt vor Ort zu kaufen und im Café kann der weitere Besuch auf dem Vitra Campus geplant werden.
Bei der Auswahl der Architekten war es für das 60 Jahre alte Unternehmen bislang immer die Absicht gewesen, die Welt nach Weil zu bringen und durch eine Mischung von „fremden“ Architekturen ein Gelände mit unverwechselbarem Charakter zu schaffen. Die architektonischen Inspirationen kamen deshalb bisher aus Los Angeles, London, Tokio und Porto nach Weil. Es schien nun aber an der Zeit, die Weltarchitektur, die in Basel bei Herzog & de Meuron entsteht, auch auf den Vitra Campus einwirken zu lassen. Das Home-Coming bezieht sich beim VitraHaus jedoch nicht nur auf die Architekten, es gilt auch für die Idee des Gebäudes: Herzog & de Meuron nehmen die weltweit für private Bauten archetypische Gebäudeform des Giebelhauses auf, verlängern sie und schichten die Häuserriegel übereinander, dass auf fünf Etagen ein fast chaotisch anmutender "Häuserstapel" mit teilweise atemberaubenden Ein- und Ausblicken entstand. Die Architektur des Haus erschliesst dem Besucher so einen Parcours der Überraschungen und erlaubt Blicke in die Weinberge des Tüllinger Hügels, über den Vitra Campus, in Richtung Basel und ins Elsass.
Das VitraHaus ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20 Uhr.
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