Beim Möbelhaus IKEA kauft man nicht einfach ein schnödes Bücherregal, sondern BILLY, auch ein Sofa ist nicht einfach ein Sofa, sondern KLIPPAN. Seit Jahrzehnten schon verwendet der schwedische Hersteller in der Regel Namen statt Nummern für seine Produkte und hat sich so selbst einen Namen gemacht. Seit den 70er Jahren werden sie nach einem bestimmten System vergeben.
IKEA-Produkte tragen in allen Ländern, in denen es Geschäfte gibt, skandinavische Namen. Die Namen haben eine gewisse Bedeutung und werden nicht wahllos zugeordnet. So tragen Sofas, Sessel oder Couchtische meistens schwedische Ortsnamen, wie Klippan oder Stockholm, Betten und Kleiderschränke norwegische.
Badezimmerartikel, wie Badematte Sanni, haben passenderweise Namen von Flüssen und Seen. Am Klang der Namen Alvine und Jonas erkennt man ein System das nach Geschlecht trennt: Gardinen und Stoffe bekommen weibliche, Stühle und Schreibtische männliche Namen. Manche Produkte, wie beispielsweise Küchenartikel, bekommen ihre Namen aufgrund ihrer Funktion: So ist beispielsweise ein Schneidebrett in der Regel sehr "zweckmäßig" und wird deshalb ganz einfach "Lämplig" genannt.
Die Idee dahinter ist durchaus nicht nur IKEA-typisch sondern auch bezeichnend für die skandinavische Lebensweise: Die Atmosphäre ist immer und überall freundschaftlich und vertraut. Man duzt sich - warum auch nicht die Gegenstände, mit denen man sich täglich umgibt? Außerdem hat die Namensgebung auch einen ganz praktischen Nutzen. Verkäufer müssen keine langen Zahlenreihen eintippen und die Kunden brauchen sich für Bestellungen und Einkäufe einfach nur einen Namen merken.
Hinter den Namensgebern bei IKEA stecken zwei Mitarbeiterinnen: Wenn ihnen beim Autofahren ein Orts- oder Flussname ins Auge springt, wird der gleich notiert und neuen Produkten zugewiesen. Weitere Hilfsmittel der Damen sind Kalender, Synonymlexika oder auch Geburtsanzeigen. Am Ende des Tages bleibt dann aber wohl doch die Qual der Wahl, ob der Tisch nun nach einem Gustav oder einem Fredrik aussieht.
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