Ob Giovanni Alessi wohl ahnte, dass er mit seiner 1921 im italienischen Provinzort Omegna am Lago Maggiore gegründeten Firma für Haushaltswaren, europäische Designgeschichte schreiben sollte? Wahrscheinlich nicht, produzierte er doch am Anfang einfache Gebrauchsgegenstände für jedermanns Küche.
Der Siegeszug des Designs begann erst in der Nachkriegszeit mit dem Tee- und Kaffeeservice „Bombé“ und der Idee, dass Alltagsgegenstände nicht nur praktisch, sondern auch schön sein können. Also entwickelt Alessi seit mehr als 60 Jahren, Kaffeekannen, Vasen und Geschirr mit futuristischem Aussehen und einer Spur Humor wie etwa die spinnenbeinige Zitronenpresse von Philippe Stark oder der zwitschernde Wasserkocher von Richard Sappers.
Diese Kooperationen sind Alberto Alessi zu verdanken. Der Enkel Giovannis, der 1970 ins Unternehmen einstieg, knüpfte ein enges Netzwerk zu Architekten und Designern in der ganzen Welt. Eine Zusammenarbeit, die damals begann und bis heute hält, ist die mit Alessandro Mendini. Der italienische Vordenker und Impulsgeber der gestalterischen Avantgarde designt seit über 30 Jahren für Alessi und hat nun auch eine Alessi-Austellung für "Die Neue Sammlung" in München gestaltet. Sein Konzept geht dabei über die früheren Projekte des Unternehmens hinaus und richtet sich auch auf die Gegenwart mit ihren gewaltigen Umbrüchen. Nachhaltigkeit und neue Materialien sind ein zentrales Thema. Denn genau wie Alberto Alessi ist Designer Mendini immer auf der Suche nach dem Neuen, Besseren. Man kann also auch künftig noch einige Innovationen aus dem Hause Alessi erwarten.
Mehr Infos: Oggetti e Progetti, 22. Mai bis 19. September 2010, tägl. außer Mo. 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr. Die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40, München

















