Flexibilität ist eines der Schlagworte unserer globalisierten Welt. Und so verändert der Trend auch den Hausbau: Weg vom "für die Ewigkeit bauen" – hin zu variablen Behausungen, die auf die Herausforderungen sich verändernder Lebens- und Arbeitswelten mit innovativen Lösungen antworten. Die Architektur der Zukunft könnte so mobil sein wie der moderne Mensch.
Häuser, die sich allen Lebensphasen und -umständen anpassen können, sind zunehmend gefragt, vor allem zukunftsweisende Wohnkonzepte für Singles und Paare. Denn der klassische Familienhaushalt verliert mit der steigenden Zahl Alleinlebender und -erziehender an Stellenwert. Hinzu kommt, dass sich auch die zahlenmäßig immer größer werdende ältere Generation neu orientiert: Sind die Kinder aus dem Haus, wird dieses immer häufiger verkauft, um in einem kleineren Domizil einen Neuanfang zu machen. Aber auch Lebensmodellen wie Patchwork-Familie oder Mehr-Generationenhaus sowie dem Trend zur Verlagerung des Arbeitsplatzes in den häuslichen Bereich müssen die Häuser künftig Raum geben.
Maxi-Wohnwert auf Mini-Grundstück
Die Antwort auf die steigende Zahl der Ein-Personen-Haushalte lautet Singlehaus. Kleine Bauten auf minimalem Grund mit maximalem Wohnwert bieten alle Vorteile eines freistehenden Hauses. Solche Häuser lassen sich bereits für Baukosten von 120.000 Euro hochziehen. Letzteres ist durchaus wörtlich zu nehmen, verteilen sich in solch einem Minihaus auf einem 32-Quadratmeter-Grundstück doch 72 Quadratmeter Wohnfläche auf vier Etagen. Im Haus selbst ist die geringe Größe nicht zu spüren. Die offene Gestaltung der Räume mit einem Minimum an begrenzenden Wänden sowie bodentiefe Fenster mit Blick ins Grüne vermitteln Großzügigkeit.
Mittendrin statt vor dem Tor
Viel Platz auf wenig Baugrund bieten auch die Townhouses, die neue Form des altbekannten Reihenhauses. Es will hoch hinaus, erstreckt sich nicht selten über mehr als drei Stockwerke, gern auch verteilt auf fünf oder sechs Ebenen in offenen Halbgeschossen. Der Gestaltungsspielraum ist dabei – auch auf relativ kleinen Grundstücken – deutlich höher als beim Geschosswohnungsbau. Der urbane Nachfolger des Reihenhauses steht vorzugsweise mitten in der Stadt. Dafür müssen neue Flächen aufgespürt werden, beispielsweise sanierte Industriebrachen.
Ein Haus, das mitwächst
Um den sich ändernden Lebensphasen und mit ihnen die Ansprüche ans Eigenheim Rechnung zu tragen, bieten Fertig- und Holzhaushersteller dank modularer Bauweise mittlerweile Erweiterungsoptionen für jede Lebenslage – vom 45-m2-Single-Bau bis zum Mehrgenerationenhaus. Das "1+Haus" der Vereinigung ZimmerMeisterHaus ist zum Beispiel ein Eigenheim aus dem flexiblen Riesenbaukasten. Als Basis dient das Starterhaus mit 84 m2 Wohnfläche für 115.000 Euro inklusive Bodenplatte. Kündigt sich das zweite Kind an oder macht sich ein Elternteil selbständig, lässt sich problemlos ein Apartement mit gläsernem Verbindungsstrang andocken, ebenso ein kleinerer Anbau oder ein zweigeschossiges Element.
Module für Nomaden
Nach ähnlichem Prinzip funktioniert auch das Nomadhome: Einzelne Module mit je elf Quadratmeter Grundfläche lassen das viermal so große Basisheim bei Bedarf wachsen. Wenn es sein muss, zieht das Häuschen auch mit um. Dazu wird es in seine Module zerlegt, auf Lkw verladen und am neuen Standort wieder montiert. Sind mobile Domizile hierzulande noch eine Ausnahmeerscheinung, ist es in den USA dagegen durchaus üblich, die eigenen vier Wände auf Schwertransportern zum nächsten Wohnort mitzunehmen.
(Bausparkasse Schwäbisch Hall)
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